IMG_0016Vom 10. bis zum 12.04.2014 war Sachsen Austragungsort der 2. bundesweiten Netzwerktagung aller Berufsschullehrer im Beruf Pferdewirt. Ziel ist Abstimmung und Angleichung der Lehrinhalte in den einzelnen Bundesländern. Die Lehrerinnen und Lehrer trafen sich in Meißen, im wunderschönen Schloss Siebeneichen, zum intensiven Austausch. Seit im Jahr 2010 die geänderte Verordnung zur Berufsausbildung in Kraft getreten ist, wird an den Berufsschulen nach dem Lernfeldkonzept unterrichtet. Inzwischen wurden Erfahrungen gesammelt und Unterrichtsmaterialien erarbeitet.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Frau Anke Habich, Lehrerin im Fachbereich Pferdewirtschaft am BSZ für Agrarwirtschaft und Ernährung Dresden, in Zusammenarbeit mit Frau Cornelia Winkler vom Sächsischen Bildungsinstitut. Zur Begrüßung am Freitagfrüh stimmte Frau Winkler alle Teilnehmer auf die folgenden Tage ein. Im Vergleich zu manch anderen Berufsausbildungen handelt es sich bei den Pferdewirten um einen Nischenberuf. Eine zusätzliche Differenzierung ergibt sich aus den fünf Fachrichtungen, teilweise noch unterteilt in einzelne Einsatzgebiete. Wie das die jeweiligen Berufsschulen umsetzen, sollte unter anderem erörtert werden.

Die intrinsische Motivation bei jedem einzelnen Schüler zu erreichen ist der Schlüssel, erfolgreiches Lernen zu initiieren. Dies erörterte der erste Referent Werner Selbeck aus Münster anhand mehrerer Beispiele. Seine Ausführungen zum Thema „mehr Transparenz in der Bewertung“ lieferten zahlreiche Ansatzpunkte für angeregte Diskussionen unter den Pädagoginnen und Pädagogen. Vor allem die jeweiligen Ausgangssituationen, mit denen die Schüler für die Mitarbeit bei den einzelnen Themenbereichen motiviert werden sollten, seien entscheidend für den Lernerfolg.

„Wie lassen sich für das übergreifende Prüfungskriterium „berufliche Handlungskompetenz“ nachvollziehbare und darstellbare Bewertungskriterien formulieren?“ Die Antwort auf diese Frage ist der Schlüssel für eine einheitliche Bewertung von Prüfungsleistungen durch unterschiedliche Prüfer. Der persönliche Ermessensspielraum des einzelnen Prüfers soll erhalten bleiben, aber die Unterschiede zwischen den Prüfern werden so verringert. Prüflingen und Prüfern müssen die Antworten auf die Fragen: „Was sind die Bewertungskriterien?“, „Wann sind sie erfüllt?“, „Wie schlagen sie sich auf die Bewertung nieder, wie ist die Gewichtung?“ bekannt sein. Dabei ist es sicher nicht einfach, Kriterien für die einzelnen Schritte einer vollständigen Handlung zu definieren.

Die Ausführungen des Referenten sorgten für reichlich Gesprächsstoff während der gesamten Tagung.

Der Besuch des Landgestütes Moritzburg war am Nachmittag der nächste Punkt im Programm. Hier stellte Hauptsattelmeister Jörg Piehotzki unter anderem die betriebliche Ausbildung in Sachsen und die Vorbereitung der Auszubildenden im Bundesland Sachsen in den überbetrieblichen Lehrgängen vor. Unter anderem lernen so alle künftigen Pferdewirte das Fahren mit dem Zweispänner. Die Inhalte dieser Vorbereitungskurse werden mit der Berufsschule abgestimmt, sodass die dort vermittelten Inhalte ergänzt und vertieft werden. Ein partnerschaftliches Miteinander zum Erreichen eines gemeinsamen Ziels bestimmt die Zusammenarbeit.

Eine humorvolle, informative und gleichermaßen unterhaltsame Stadtführung durch Meißen und die Verkostung des dort angebauten Weines rundeten den ersten Tag ab.

Viele der insgesamt fünfzehn Lernfelder, welche über die 3 Lehrjahre verteilt den Inhalt des Berufsschulunterrichtes bilden, wurden am zweiten Tag von den Teilnehmern präsentiert. Die Zeit reichte natürlich nicht aus, um alle Aspekte zu diskutieren. Doch die zahlreichen Impulse waren für die Lehrerinnen und Lehrer eine wirkliche Bereicherung für ihre Arbeit an der Schule. So werden von dieser Tagung Ideen ausgehen, die situationsbezogenen Aufgabenstellungen im Unterricht und in den Leistungskontrollen weiter zu verbessern. Eine Plattform über das Internet wird die Möglichkeit zum intensiven Austausch über die Ländergrenzen hinweg und damit zum regelmäßigen Miteinander gewährleisten.

In der Hoffnung sich in zwei Jahren zur dann dritten Bundesnetzwerktagung wieder treffen zu können, gingen die Teilnehmer hoch motiviert und mit großem Gewinn für ihre Arbeit auseinander.

Roland Dörr, Berufsschule Münsingen

Anke Habich, BSZ für Agrarwirtschaft und Ernährung Dresden

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