Traditionell findet am Ende des 13. Schuljahres im Fach Biotechnik unser sogenannter S1- Versuch statt. Das ist ein gentechnischer Praktikumsversuch mit erhöhter Sicherheitsstufe. Inhalt des Experimentes ist die genetische Veränderung lebender Organismen.

Am Ende ihrer Zeit an unserer Schule können so die Schüler der 13. Jahrgangsstufe des Biotechnologischen Gymnasiums ihre in den vergangenen Jahren mühsam erworbenen theoretischen Kenntnisse in einem besonderen Experiment praktisch anwenden.

Um den besonderen Sicherheitsanforderungen Rechnung zu tragen, wurden schon im Vorfeld des Versuches alle teilnehmenden Personen besonders belehrt, Schulflure gesperrt, Hinweisschilder angebracht und alle betreffenden Räume und Geräte ausgiebig desinfiziert bzw. sterilisiert.

Als Ausgangsmaterial für unseren Versuch dienten die „Haustiere der Molekulargenetiker“, die Bakterien vom Escherichia coli- Sicherheitsstamm K12. Normale E.coli – Bakterien kommen natürlicherweise auch im tierischen und menschlichen Darm vor.

Diese Mikroorganismen sollten nun von den Schülern in ihrem genetischen Material modifiziert werden. Ziel war, ihnen zusätzliche Gene zu übertragen. Diese stammten ursprünglich aus der Tiefseequalle Aequorea victoria und wurden für dieses gentechnische Experiment in einen Übertragungsvektor, ein sogenanntes Plasmid, eingebaut. Mit verschiedenen physikalischen und chemischen Mitteln (z.B. Hitze/Kälte-Schock, Salzlösungen) versuchten die Schüler nun, die Bakterien zur Aufnahme des Plasmids in ihre Zelle zu bewegen.

Gelingt diese Transformation, so produziert die Bakterienzelle ein grün fluoreszierendes Protein (GFP), woran man den Erfolg der Bemühungen sehr gut erkennen kann.

Alle Schüler hatten in den ersten zwei Praktikumstagen interessiert und engagiert den Versuch durchgeführt. Von unangenehmen Überraschungen (umstürzende Gefäße, kontaminierte Kultivierungsplatten) blieben wir ebenfalls weitestgehend verschont. Nun erwarteten alle mit Spannung den letzten Praktikumstag. Leuchten sie oder leuchten sie nicht? Das war hier die Frage.

Vom Ergebnis können Sie sich selbst überzeugen. Schüler und Lehrer zumindest waren sehr zufrieden.

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