Am Donnerstag, dem 19.09.2019 startete 13:45 Uhr für uns, die AG18, das alljährliche Obstprojekt. Pünktlich stand eine mobile Obstpresse für uns bereit. Hoch motiviert machten wir uns also an die Arbeit. Wir hatten bereits einige Tage zuvor im Unterricht die Aufgaben verteilt. Doch als die Obstpresse nun dastand, stellten wir plötzlich fest, dass wir mit unserer geplanten Aufgabenverteilung nicht weit kamen. So hatten unsere Jungs, eingeplant als Transportierer, sämtliche Äpfel bereits in den ersten Minuten per Schubkarre zur Obstpresse gefahren. Aufgrund eines schlechten Apfeljahres konnten die beiden BiG-Klassen am Vortag nur 1/3 des letztjährigen Ernteertrages sammeln. Insgesamt kamen so in diesem Jahr etwa 400 kg zusammen, welche wir nun zu verarbeiten hatten.

Sowohl die Transportierer als auch meine Partnerin und ich, eingeteilt für das Nachsortieren der Äpfel, waren plötzlich arbeitslos. Da es nur so wenig Äpfel waren und die BiGs schon sehr darauf geachtet hatten, möglichst wenig verschimmelte Äpfel zu sammeln, war eine Nachsortierung nicht mehr notwendig. Immerhin blieben alle weiteren Aufgaben erhalten. So hatten wir einige, die für das Verpacken des abgefüllten Apfelsaftes zuständig waren, andere, die sich um den Verkauf kümmerten und natürlich gab es noch diejenigen, die die wenigen verbliebenen verschimmelten Äpfel aussortierten. Die Verkäufer hatten sich im Grünen Klassenzimmer eingerichtet. Dies gab den Transportierern die Möglichkeit, sich doch noch nützlich zu machen, indem sie die abgefüllten Kartons zum Grünen Klassenzimmer brachten. Meine Partnerin und ich machten uns nützlich, indem wir die beschädigten Apfelsäcke aussortierten und den gesamten Vorgang des Apfelpressens zu analysieren begannen. 

Zuerst wurden die Äpfel in eine Art Metallwanne gekippt, an deren Ende ein Förderband lief. Drei von uns sortierten die Äpfel in der Wanne aus und ließen sie über das Förderband in eine Art Schreddermaschine laufen. Dort wurden die Äpfel zu Brei verarbeitet und dieser anschließend in eine Pressmaschine gefüllt. In ihr wurde der Saft stufenweise herausgepresst bis nur noch der sogenannte Trester, das leergepresste Furchtfleisch, übrigblieb. Nun wurde der Fruchtsaft auf 78°C erhitzt, um die noch enthaltenen Bakterien abzutöten. Dabei wurde uns erzählt, dass der Saft in größeren Keltereien normalerweise auf über 100°C erhitzt wird. Um jedoch den Geschmack zu erhalten, erhitzten wir den Saft nur auf 78°C, die notwendige Mindesttemperatur. Anschließend füllten wir den noch warmen Saft in entsprechende Plastiktüten und schreckten ihn in einem kalten Wasserbad ab. Zuletzt wurde er nun von 3 weiteren Schülern in entsprechende Kartons gepackt. Im letzten Schritt brachten die Jungs die Kartons zum Grünen Klassenzimmer wo drei von uns damit beschäftigt waren, die Kartons zu etikettieren und den Verkauf zu regeln.

Natürlich durften wir den gepressten Saft auch einmal probieren. Zu diesem Zweck standen während des gesamten Arbeitsprozesses immer ein bis zwei mit Apfelsaft gefüllte Gläser an der Apfelpresse. Je nach Bedarf konnte man so jederzeit den Saft probieren. Auch ich wagte den Versuch, obwohl ich normalerweise kein Fan von Apfelsaft bin und stellte bei dieser Gelegenheit fest, dass dieser Apfelsaft tatsächlich erstaunlich gut schmeckte. Gleiches fanden auch unsere Familien, für welche die meisten von uns wenigstens eine Packung des frischgepressten Apfelsaftes mitnahmen. Abschließend lässt sich sagen, dass es ein gelungener Tag mit einigen neuen Erfahrungen und einem sehr leckeren Apfelsaft als Belohnung war.  

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