Am 28.06.2022 besuchte die 12. Klassenstufe des beruflichen Gymnasiums in Altroßthal im Rahmen des WIPRA-Unterrichtes die Kläranlage in Dresden-Kaditz.

Nach ein paar einleitenden Worten wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und durch die Anlage geführt. Zu Beginn sprachen wir über die Zusammensetzung des Abwassers und das Einzugsgebiet für diese Kläranlage.

In der ersten Reinigungsstufe – der mechanischen Reinigung – begannen wir unsere Führung. Wer hierbei keinen starken Geruch mochte, war eindeutig am falschen Ort, denn im Zulauf des Neustädter Kanals roch es dementsprechend.

Wir folgten dem weiteren Verlauf und gelangten zu den Rechenanlagen, wo viele feste Bestandteile über Grob- und Feinrechen herausgetrennt wurden. Zudem konnte man viele Blätter und andere Stoffe, wie Essensreste, sehen.

Im anschließenden Pumpenhaus wurden uns sechs große alte Mischwasserpumpen gezeigt, die seit Jahrzehnten das Wasser in die Vorklärbecken pumpen. Zusätzlich gibt es drei Regenwasserpumpen, die bei möglichen Überschwemmungen eingesetzt werden, damit das Regenwasser die Anlage nicht zusätzlich belastet. Zum Glück passiert dies nicht sehr oft.

Im folgenden Sandfang wird die Fließgeschwindigkeit herabgesetzt, damit sich weitere kleine Partikel, wie Sand oder Kies, absetzen können. Diese werden mit Hilfe von Pumpen abgesaugt.

Im letzten Schritt der mechanischen Stufe gelangt das Wasser in die Vorklärbecken. Dort werden Fette und Öle, die eigentlich auch nichts im Abwasser zu suchen haben, an der Oberfläche abgesaugt. Durch die Verweildauer bildet sich bereits Schlamm, dieser wird auch Primärschlamm bezeichnet. Mit Räumschilden wird der Schlamm am Boden der Vorklärbecken vom Wasser abgezogen.

Unsere Füße führten uns nun zur zweiten Stufe – der biologischen Abwasserreinigung. An dem Schaubild und den einzelnen Belebungsbecken konnten wir sehen, wie nun der organisch gelöste Teil durch die Mikroorganismen herausgelöst wurde und wir sich Schlammflocken gebildet haben. Es bedarf vieler kleiner Helfer, damit das Abwasser sauber in die Elbe geleitet werden kann. Im anschließenden Nachklärbecken wurden diese abgetrennt und nach einer chemischen Behandlung wird das gereinigte Abwasser über den Vorfluter in die Elbe gepumpt.

Was passiert mit dem Schlamm? Um das zu sehen, mussten wir den einen Teil der Kläranlage verlassen, unter der A4 durchlaufen und schon waren wir bei den bekannten Faultürmen. Diese wurden nun durch uns bestiegen. Unzählige Stufen und 40 m höher genossen wir eine hervorragende Aussicht auf die anliegende Gegend, wie z.B. Radebeul und Prießnitz. Sogar bis zum Lilienstein in der Sächsische Schweiz konnten wir schauen.

Natürlich wurde uns auch die Aufgabe und Bedeutung der Faultürme erklärt. Mit dem gewonnenen Gas wird zum großen Teil die Kläranlage energetisch versorgt. Der fast trockene Schlamm wird ebenfalls weiterverwendet.

Als Fazit machte unser Guide deutlich, dass keine Medikamente oder Mikroplastik ins Abwasser gehören, da diese derzeit noch nicht herausgefiltert werden können und somit wieder in die Umwelt gelangen.

Auch Essensreste haben nichts Abwasser zu suchen. Ein großes Problem sind seit Jahren Hygienetücher. Diese gehören ebenfalls nicht hinein, da sie sich nicht zersetzen und im Klärwerk die Pumpen verstopfen können.

Nach zweieinhalb Stunden verließen wir mit vielen Eindrücken das Klärwerk. Vielen Dank noch einmal an beide Guides, die uns sehr anschaulich gezeigt haben, was mit dem Wasser passiert, welches in unseren Bädern oder Küchen einfach so nach dem Gebrauch verschwindet.

 

  • Bild01
  • Bild02
  • Bild03
  • Bild04
  • Bild05
  • Bild06
  • Bild07
  • Bild08
  • Bild09
  • Bild10
  • Bild11
  • Bild12
  • Bild13
  • Bild14
  • Bild15
  • Bild16
  • Bild17
  • Bild18
  • Bild19
  • Bild20