Praktikum im Gläsernen Labor - 16.01.19

PCR, Gelelektrophorese, und besonders viel X-Chromosomenkunde stand auf dem Plan, als sich die AG16 am Mittwoch, 16. Januar am Hygienemuseum einfand. Theoretische Grundlagen waren im Zuge des Agrartechnikunterrichts vorbereitet worden – nun ging es darum, den Inhalt der menschlichen 5 bis 16 Mikrometer großen Zellkerne praktisch zu veranschaulichen. Die Studenten Domenik und Dina hatten die Experimente im Gläsernen Labor bereits vorbereitet: „Vaterschaftstests“.

In Zweierteams und mit Schutzkleidung ausgestattet starteten die Schüler das erste Experiment, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Vorsichtiges pipettieren und sorgsame Beobachtung waren gefragt, um geeignete Proben zu erstellen. Die richtigen Mengen wurden abgemessen, die DNA-Lösungen in Fingerhut-große Behälter gefüllt, zentrifugiert und im Thermocycler platziert. Obwohl die DNA in diesem Prozess in Rekordgeschwindigkeit vervielfältigt wird, blieben genug Stunden, die Gelegenheiten auszunutzen, die das wissenschaftliche Museum bot. In einem interaktiven Unterricht erklärten die Studenten biologische Grundlagen genauer. Ausführlich konnten sie auf die vielen Fragen der Schüler eingehen. Auch Zeit für die Museumserkundung blieb – die Türen aller Ausstellungen standen der AG16 offen. Auf die PCR angeschlossen, so erklärte Domenik dem Kurs zurück im Labor, „folgt eigentlich immer die Gelelektrophorese“. Damit galt, das Experimentierergebnis sichtbar zu machen.

Nachdem sie sich an einem Probe-Gel aus Agarose Fingerspitzengefühl angeübt hatten, mussten die DNA-Proben mit Vorsicht in die Millimetergroßen Lücken eingefüllt werden. Das Erbgut hatte dann durch das elektrische Feld im puddingartigen Gel zu laufen. Wie geplant: in unregelmäßigen Abschnitten bildete es die „Banden“, Ansammlungen gleichgroßer DNA-Stücke. Den doppelt so dicken Stichen im weiblichen Erbgut zu dank, durch die zwei X-Chromosomen, war der nächste Erfolg sichtbar: die Schüler hatten alle Proben korrekt eingefüllt. Gespannt wurde untersucht und genau abgeschätzt – die Vaterschaftstest wurden alle als negativ festgestellt. Ihre Ergebnisse konnten die Schüler schlussendlich sogar in Leuchtfarben betrachten, denn die gefärbten Banden gab es zum Abschluss des Abends im UV-Licht zu sehen.

Ida C.
AGy 16

S. Büttner und J. Gebauer
Fachlehrer

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