Seit Wochen stand es nun fest, dass wir, die AG16, vom 24.04.2017 bis 05.05.2017 auf dem Lehr,- und Versuchsgut in Köllitsch ein Praktikum absolvieren sollten. Mit großer Spannung, aber dennoch reichlich Vorfreude (dank der Erfahrungsberichte vom Vorjahr) traten wir es letztlich am Montagmorgen an. Als wir nach zwei Stunden Fahrt endlich mittags ankamen, die Zimmer bezogen hatten, konnten wir eingewiesen und den Gruppen zugeteilt werden. Gruppe 1 und Gruppe 2 wurden dabei in der ersten Praktikumswoche (24.04.-28.04.) der Tierhaltung zugeordnet.

Rinderhaltung:

Am Montag wurden uns die Grundlagen des (Maschinen-) Melkens gezeigt. Damit einher gehen zehn unabdingbare Arbeitsschritte, welche in der Praxis notwendig sind und zum Schutz von Mensch und Tier dienen. Mit Hintergrundinformationen zur optimalen Milchproduktion und wie diese Beeinflussbar ist, wurde die Einweisung sehr interessant gestaltet. Im Anschluss folgte ein Rundgang über das Gelände, die Erklärung der Ställe, Kennenlernen des Melkroboters uvm. Während eines längeren Aufenthalts im Kälberstall, konnten dann auch die letzten mit der Thematik warm werden.
Nach Feierabend und Abendbrot (gegen 18:00 Uhr ) hatten wir uns dann viel zu erzählen und Erlebtes auszutauschen. Einige hatten sich Fahrräder ausgeliehen und haben die Gegend erkundet, andere fanden sich an der Elbe ein.

Der nächste Tag begann dann 8:00 Uhr und hatte nicht weniger viel zu bieten. Planmäßig starteten wir bei der Kälberaufzucht und Frau Lux wies uns in die Erstversorgung von Kälbern ein. Anschließend durften wir diese füttern, versorgen und deren Gesundheitszustand einschätzen und gegebenenfalls uns nach Behandlungsmöglichkeiten erkundigen.
Frau Stodolka vermittelte uns am Nachmittag wie wichtig die optimale Futterration für ein Tier ist und woraus diese besteht. Laktationsphase, Alter, Gesundheitszustand und Nutzungsart des Rindes spielen dabei eine wesentliche Rolle, aber auch die Futterqualität und dessen Lagerung. Es gibt viele Ansprüche, die erfüllt werden müssen, um eine hohe Leistung und einen guten Gesundheitszustand des Tieres zu erreichen (und vor allem auch zu halten). Im Futtermittelkabinett stellten wir dann eine eigene Futtermischung für eine Hochleistungskuh zusammen und waren überrascht wie viel (50kg OS) solch eine Kuh frisst.

An Tag drei hieß es dann früh aufstehen, denn wir mussten schon 5:00 Uhr im Melkstall sein. Nun sollten wir unser, bereits am Montag erlerntes Wissen anwenden und unter Beweis stellen. Schnell stellten wir fest, mit welcher körperlicheren Arbeit der Melkvorgang trotz maschineller Unterstützung immer noch verbunden ist. Während die eine Gruppe die Kühe molk, kümmerte sich die andere um die Stallungen, reinigte die Liegeplätze, Wassertröge und half bei der Fütterung.
Von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr folgte dann das Thema Tiergesundheit und Tierbehandlung. Es ist wichtig, dass die Arbeiter ihre Tiere kennen und bei Krankheit sofort entsprechende Maßnahmen ergreifen können. Die Kontrolle von Kot, Körperhaltung, Temperatur, Bewegungsapparat, Futteraufnahme, Ernährungszustand und noch mehr, sollte ständig erfolgen. Außerdem ist eine artgerechte Haltung und vor allem ein ruhiger, friedlicher Umgang mit dem Tier besonders wichtig, um Stress zu vermeiden.

Der vorletzte Tag der ersten Praktikumswoche begann mit dem Thema Fruchtbarkeit beim Rind. Anhand von diversen Symptomen ließ sich im Stall feststellen ob die Kuh in der Brunst ist, war oder kommt und ob sie eventuelle Entzündungen im Gebärmutterbereich haben könnte.

Schweinehaltung:

Der zweite Teil des Donnerstages drehte sich dann rund ums Schwein. Nun wurde von Kalb auf Ferkel umgedacht und nach einer Rundführung im Schweinestall, drehte es sich auch hier um Fütterung, Haltung und Fruchtbarkeit.

Nach 17:00 Uhr hieß es dann wie jeden Tag, Feierabend. Das Gelände bot reichlich Platz und schöne, ländliche Grünflächen, welche als Rückzugsort dienten und angenommen wurden. Auch der Sportplatz und Fitness-Bereich wurde genutzt, um einen Ausgleich zur (sonst ungewohnten) körperlichen Arbeit zu schaffen.

Angeknüpft an die Thematiken vom Donnerstag, ging es dann am Freitagvormittag bis Mittag weiter, allerdings eher praktischer Natur, denn die Buchten der Sauen mussten gereinigt und die Läufer gewogen werden.

Für alle war diese Woche in der Tierhaltung eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag, dennoch ist diese körperliche Arbeit keineswegs zu unterschätzen. Außerdem gehört eine Menge Vorausplanung und vieles mehr dazu. Uns hat dieses Praktikum eine unbezahlbare Erweiterung unseres Erfahrungs- und Wissensschatzes gebracht. Die Möglichkeit mal 'hinter die Kulissen' schauen zu können wurde von uns dankbar genutzt. Vielleicht denkt der ein oder andere einmal mehr über sein Konsumverhalten und den dafür zu zahlenden Preis nach.

Viktoria Kluger
AG 16

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Am BSZ für Agrarwirtschaft und Ernährung gibt es seit mehreren Jahren die Möglichkeit eines Praktikums für die Schüler der 11. Klasse. Dieses Jahr durfte die AG16 für zwei Wochen zum Lehr- und Versuchsgut nach Köllitsch. Bereits im Voraus schwärmte die Lehrerschaft über unvergessliche Eindrücke, welche wir erleben sollten?! So begann am 24.04.2017 für unser AG16 das gemeinsame „hoch angepriesene“ J Praktikum.

Nachdem wir im Wohnheim des Lehr- und Versuchsgutes Köllitsch in Empfang genommen wurden, gab es zuerst einmal eine Belehrung und wir durften unsere Wohnzimmer besichtigen. Danach erfuhren wir von Frau Fischer einiges Wissenswertes über das LVG. Zudem wurden wir in Gruppen eingeteilt und bekamen unseren Wochenplan zur Kenntnis.

Unsere Gruppe, 3 Jungen und 6 Mädchen, durften sich als erster mit der Tierhaltung beschäftigen, juchuh.... Und so ging es nach einer ersten kurzen Stärkung auf in den Kuhstall. Nach einem intensiven Stallrundgang, bei dem erste Freundschaften mit den Kühen geschlossen wurden, erfuhren wir die Grundlagen des Maschinenmelkens. Dabei durften wir die Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte techniknah üben, des weiteren ermöglichte eine „Plastikkuh“ erste praktische Handgriffe zum Vormelken, welches den ein oder anderen auf eine harte Probe stellte. Doch dies sollte am nächsten Morgen besser klappen. So traf sich unsere Gruppe um Fünf Uhr in der Früh im Melkstall. Die einen mehr, die anderen weniger frisch und munter, machten wir uns ans Werk die Kühe in den Melkstand zu treiben, mit der Hand vorzumelken und dabei die Milch kontrollieren, die Euter zu säubern, das Melkwerkzeug anzuschließen und darauffolgend die Euter zu kontrollieren. Dabei waren die meisten Kühe sehr geduldig mit uns. Im Anschluss säuberten wir die Liegeplätze und Tränken.

Nach dem Frühstück fielen ein paar von uns kaputt ins Bett. Nach dem „Mittagsschlaf“ stand bei uns Tiergesundheit auf dem Plan. Nach der Theorie durften wir dann gemeinsam mit Frau Bunzel die Einzeltierkontrolle durchführen. Dabei beobachteten wir das Fressverhalten und die Aufmerksamkeit der Tiere. Schnell fanden wir auch eine Kuh, welche wir uns auch näher ansehen wollten. So kontrollierten wir Ihre Pansengeräusche, die Körpertemperatur, sowie Harn- und Kotprobe. Dabei kamen wir zu der Erkenntnis, dass die Kuh weiterhin unter Beobachtung bleiben sollte.

Ein weiteres Highlight war die Kuh „152“! Mit dieser durften wir auf einer Wiese „Gassi“ gehen. Erschöpft von der ungewohnten Tätigkeit und den vielen Eindrücken, vielen die meisten abends ins Bett, während andere den Ort und die Umgebung noch erkundeten.

Am Mittwoch konnten wir unser bereits in der Schule gelerntes Wissen unter Beweis stellen. Denn wir beschäftigten uns mit der Fruchtbarkeit. Bei der Brunstkontrolle konnten wir dann unser Wissen praktisch anwenden. Zu unserem großen Glück war zur selben Zeit der Besamer anwesend, dem wir über die Schulter blicken durften. Am Nachmittag wurde zum ersten Mal der Schweinestall für uns interessant, auch hier bekamen wir erst einmal eine Führung.

Am nächsten Tag wurden wir in viele praktische Tätigkeiten eingebunden. Mit Hilfe von Ultraschall prüften wir die Trächtigkeit der Sauen, danach impften wir die Ferkel und zogen ihnen Ohrmarken ein, wobei sich bei Letzteren die meisten zierten. Mit dem Film „Vitale Ferkel“ wurden uns weitere Aufgaben der Schweinemasthaltung aufgezeigt. Welche wir leider nicht alle durchführen konnten, da diese im wöchentlichen Wechsel anfallen. Nach dem Mittag beschäftigen wir uns mit der Fütterung und dem Verdauungssystem des Rindes. Auch da konnten wir unser Wissen unter Beweis stellen. Wir lernten die unterschiedlichen Futtermittel kennen und stellten eine Tagesfutterration für eine Kuh zusammen. Dabei staunten wir über die Menge, welche eine Kuh so zu sich nimmt.

Bevor es dann für uns „Auf Wiedersehen“ hieß, wartete die wohl schönste Aufgabe dieser Woche auf uns – der Kälberstall.

Neben den Stallsäuberungsaufgaben durften wir die Kälber füttern und tränken. Zudem bekamen einige Kälbchen Ohrmarken eingezogen, sowie ein frisch geborenes Kälbchen bekam seine Biestmilch und eine Eisengabe in Form einer Schluckimpfung.

 Mit vielen unvergesslichen Momenten und Eindrücken endete unsere erste Woche im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch. An dieser Stelle auch ein Dank an Frau Torke, welche mit Motivation und viel Eigeninitiative immer mit vor Ort war. Aber auch ein herzliches Dankeschön an die Ausbilder des LVG, welche uns diese tollen Eindrücke ermöglichten.

Linda J.
AG 16



In der zweiten Woche ging es nun für unsere Gruppe in die Landtechnik. Einige trauerten noch den süßen Kälbchen nach, die anderen freuten sich endlich weg von den Tieren zu sein. Nachdem wir erst wieder Dienstagvormittag in Köllitsch - aufgrund des Feiertages am Montag - ankamen, ging es nachmittags zur Theorie und zum allgemeinen Aufbau von Traktoren und um den ordnungsgemäßen Umgang mit Traktoren. Da alle aber noch sehr müde vom ,,anstrengenden’’ Wochenende waren, fiel es einigen sehr schwer zuzuhören, was sich aber am Mittwoch ändern sollte.

Wir trafen uns 7:15 Uhr in der Mehrzweckhalle und sprachen über den Boden, Bodenpunkte und viele Fachbegriffe in der modernen Landwirtschaft, was einige Schüler an ihre Aufnahmegrenze brachte, da in der Woche zuvor schon ein ähnlich straffes Programm zu absolvieren war. Nach der Theorie ging es dann zur Freude aller `raus in den Hof und es stand Traktor Fahren und noch einiges Andere auf dem Plan. Wir machten fahrpraktische Übungen und durften anschließend mit einer Sämaschine auf einem frisch gegrubberten Feld Gras säen bis zum Mittagessen. Am Nachmittag dünnte sich leider unsere Gruppe krankheitsbedingt aus und wir waren nur noch 6 Leutchen, welche sich beim Pflügen und Grubbern mit GPS auf dem Übungsfeld beweisen durften, was auch allen sehr gut gelang.

Am Donnerstag stand als erstes ,,Mähdrescher/Häcksler´´ auf dem Programm. Wir gingen in die große Maschinenhalle und schauten uns bei einem CLAAS- und einem NEW HOLLAND-Mähdrescher den Aufbau solcher Maschinen an. Viele waren sehr erstaunt über die Größe und vor allem über den Preis solch einer Maschine, weswegen einige großen Respekt vor der nächsten fahrpraktischen Übung hatten. Aber die Ängste blieben schließlich unbegründet, was vor allem an unserem netten Ausbilder lag. Nachmittags hieß das Thema Sämaschine; wir lernten den Aufbau der Drillmaschine kennen und führten eine Abdrehprobe durch, zur Ermittlung der Saatgutmenge. Danach fuhren wir alle zusammen mit dem Auto an ein Feld nahe Köllitsch und machten eine Feldbonitur. D. h. wir schauten uns die jungen Weizenpflanzen an und untersuchten den Unkrautbesatz sowie sonstige Krankheiten, wie sie beispielsweise durch Pilze oder Schädlinge entstehen können. Nach solch einer Bonitur entscheidet der Landwirt, ob Pestizide, Fungizide oder Herbizide ausgebracht werden müssen.

Am letzten Tag unseres Praktikums wurde es noch einmal praxisnah. Wir fuhren mit Stalltraktoren im Werkstatthof herum und führten einige Übungen durch wie beispielsweise Paletten Stapeln oder einen Parcours Fahren. Nach dem kurzweiligen Vormittag stand nun nur noch der seit Jahren ,,geliebte´´ Abschlusstest an, aber auch dieser wurde gut gemeistert. Nach dem Mittagessen ging es wieder nach Hause und die eine Hälfte der Gruppe war froh, dass es wieder nach Hause ging, die andere wäre gern noch länger geblieben und trauerte den schönen zwei Wochen nach.

Ein großer Dank, im Namen der Schüler der Klasse AG 16, an das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch des Freistaates Sachsen, an unsere Schule und die Ausbilder, die uns zwei großartige Wochen ermöglicht und uns spannende Einblicke geboten haben.

AG 16