Am 15.11.2016 besichtigten wir, die LW 15a und die Fachlehrer Herr Gebauer und Herr Winkler die Zuckerfabrik von Südzucker in Brottewitz (Brandenburg).

Der Besuch in der Zuckerfabrik war sehr interessant und informationsreich. Ein netter, älterer ehemaliger Mitarbeiter erzählte und erklärte uns alles bei einem Rundgang. Für uns Landwirte ist es interessant zu erfahren, wie unser Rohprodukt, die Zuckerrübe, weiterverarbeitet wird. Über 90% der Rüben, die dort verarbeitet werden, kommen aus Sachsen.

Zum Anfang des Besuches wurde uns etwas zur Geschichte und Gegenwart des Werkes erzählt. Das Werk ist seit 1873 in Betrieb. Die Wärme- und Elektroenergiemengen werden aus Rohbraunkohle in einem werkseigenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerk erzeugt. 1991 übernahm die Südzucker AG das Werk und baute es aus, sodass heute täglich 6 000 Tonnen Rüben verarbeitet werden können. Es sind circa 90 Mitarbeiter dort beschäftigt. Der jährlich erzeugte Zucker liegt bei 90 000 bis 115 000 Tonnen. Im Zeitraum von September bis Januar, in der die sogenannte Rübenkampagne, läuft das Werk im 24-Stunden-Betrieb und erzeugt damit in 5 Sekunden den Jahresbedarf an Zucker für einen Bundesbürger. Aus den einzelnen Produktionsstufen wurden uns die verschiedenen Zwischenprodukte gezeigt. Diese waren der Rohsaft, Dünnsaft, Dicksaft, Kandiszucker und Kristallzucker.

Nun begann endlich der Rundgang. Wir besichtigten jede einzelne Produktionsstufe von Anfang an. Wenn die beladenen LKW`s in dem Werk ankommen, wird von jedem dritten LKW, der von ein und demselben Acker kommt, eine Probe genommen, ansonsten von jedem Feld. Die Beprobung erfolgt immer an verschiedenen Stellen vom LKW. Diese kommt auf ein kleines Förderband, wo ein Mitarbeiter überschüssiges Kraut entfernt und Rüben auch aussortiert. Danach werden die Rübenkörper zerkleinert und eine Probe davon wird ins Labor geschickt, um sie auf Zuckergehalt und andere wichtige Inhaltsstoffe zu untersuchen. Außerdem wird analysiert, wie viel Ackererde an ihnen haftet. Nach all den Kriterien wird der Preis der Rüben berechnet. Die LKW`s kippen die Rüben auf dem Rübenhof oder in eine Förderwanne ab, wo sie sofort verarbeitet werden. Über dem Förderband hängt ein Magnet, der alle metallischen Fremdkörper, die vom Acker mitkommen, herauszieht. Die Rübenkörper schwimmen dann im Wasserkanal zur Waschtrommel. Während des Schwimmens setzen sich der lockere und grobe Schmutz unten ab, die Rübenblätter lösen sich ab und fließen in einen Container.

Jetzt beginnt die Zuckergewinnung. Nach dem Waschgang werden die Zuckerrüben in der Schneidemaschine zerkleinert und in der Schnitzelmaschine vorgewärmt. Im Extraktionsturm werden die Rübenschnitzel mit 70 Grad heißem Wasser übergossen und somit wird der Zucker herausgelöst. Entstanden ist der Rohsaft. Das übrig gebliebene Material wird getrocknet und zur Futterverwertung weiter verwendet. Der Rohsaft wird erstmal gereinigt und gefiltert und durchläuft danach weitere Arbeitsschritte zur reinen Zuckergewinnung. Der entstandene Dünnsaft mit einem 16 prozentigen Zuckergehalt wird durch mehrere Verdampfungsprozesse eingedickt, bis ein goldbrauner Dicksaft mit einem Gehalt an Zucker von 67 Prozent entsteht. Danach wird der Dicksaft durch Schleudern in den Zentrifugen von Zuckerkristallen und Sirupresten getrennt. Die Sirupreste werden von heißem Wasser weggespült. Der Zucker wird getrocknet, gekühlt und in Zuckersilos gelagert. Nun beginnt die Verpackung von reinem weißem Zucker. In dem Werk Zeiz wird der übliche Haushaltszucker und in dem Werk Brottewitz wird der Zucker für den Großhandel verpackt.

Als Schutzmaßnahmen bekamen wir einen Helm und eine Warnweste. Durch ein Headset konnten wir alles besser verstehen, was uns erklärt wurde, da es etwas laut war.

Zum Schluss durfte sich jeder ein Gastgeschenk nehmen, in dem eine Tüte Kristallzucker und je eine Packung Puderzucker sowie Würfelzucker enthalten waren.

Kristin M. 
LW 15a

  • IMAG1000
  • IMAG1003
  • IMAG1004
  • IMAG1005
  • IMAG1006
  • IMAG1007
  • IMAG1008
  • IMAG1009
  • IMAG1010
  • IMAG1011