Schon seit Monaten bekamen wir von unseren Lehrern immer wieder Berichte über den jährlichen Besuch in Köllitsch zu hören. Immer wieder hieß es, wie viel Spaß wir haben würden und was man dort alles lerne. Ich bin mir nicht sicher, ob wir es uns wirklich so lustig und interessant vorgestellt haben…aber das war es auf jeden Fall.

Als Gruppe, die in der ersten Woche mit der Landtechnik verbrachte, lernten wir nach dem Mittagessen am Montag bereits einige Details über Traktoren und deren unzähligen Symbole in der Fahrerkabine. Um 16.00 Uhr quollen unsere Köpfe von den neuen Eindrücken über. Gut, dass wir den restlichen Abend Freizeit hatten. Diese verbrachten einige entspannt im Billiardzimmer. Für den Rest der Woche begann der „Unterricht“ unserer Gruppe immer um 07:15 Uhr.

Am Dienstag bekamen wir in den ersten zwei Stunden bereits einen Überblick über die Bodenbeschaffenheit der Gegend. Wir frischten auch unser von Fr. Drobisch gelehrtes Wissen über Bodenentstehung, Aufbau und Arten auf. Nach der Frühstückspause fuhren wir die Felder ab und bestimmten die verschiedenen Pflanzen. Es war ziemlich windig und sehr kalt. Darum haben wir beschlossen, im Auto sitzen zu bleiben und Herr Peters brachte uns die einzelnen Pflanzen vom zugigen Feld ins Warme. Zum Mittagessen trafen wir dann auf die anderen Gruppen, die uns von ihren ersten Stallerlebnissen berichteten. Am Nachmittag bekamen wir dann die ersten praktischen Einblicke in einen Traktor und durften (zur Freude aller) einige Runden auf dem Hof fahren. Am Ende sogar ohne unmittelbarer Anwesenheit der Ausbilder. Da wurde dann auch laut das Radio aufgedreht. Abends entdeckten einige Mädels die Spielkonsole im Zimmer der Jungs und kamen da nicht allzu freiwillig wieder raus.

Der Mittwochmorgen begann erneut mit einer Menge Theorie. Gut, dass wir in der Schule bereits eine Samensammlung angelegt hatten, sonst hätten einige keinen Überblick gehabt. Wir durften auch an einer Sämaschine arbeiten. Es hat zwar einige Versuche  gebraucht, bis wir überall die richtige Einstellung gefunden hatten, aber letztendlich war es (fast) perfekt. Am Nachmittag ging es (mit großer Freude) nochmal zum Traktorfahren - diesmal mit GPS. Also einmal Feld abfahren, Linie markieren und dann entspannt zurücklehnen, naja so ungefähr. Es war sehr interessant, aber dennoch schwer, sich alles zu merken. Der Abend war ebenfalls entspannt, denn wir genossen den Sonnenuntergang an der Elbe. Wir tauschten unsere "Erlebnisse" immer mit den anderen Gruppen aus. Die einen freuen sich jetzt mehr, andere etwas weniger auf die nächste Woche.

Als wir dann am Donnerstag einige (zum Teil tragische) Einblicke in das Fahren mit Mähdrescher und Hexler bekamen, waren einige mit den Gedanken bereits bei der Praxis. Bevor wir selber fahren durften, sahen wir uns aber erst die Maschinen von innen an. Das Highlight für die meisten folgte allerdings erst am Nachmittag: Wir durften mit Stalltraktoren fahren, mit Wassereimer an der Gabel durch den Slalomparcour, Paletten stapeln oder Schaufel dran und ab. Wer nicht gerade seinen Spaß am Fahren hatte, sonnte sich derweil auf der Bank und wartete sehnsüchtig, bis er dran war.

Am Freitag durften wir dann auch endlich auf das Übungsfeld. Nachdem es am Dienstag so stark geregnet hatte, war dies Mittwoch und Donnerstag leider noch nicht möglich gewesen. Mit der Sämaschine ist jeder das Feld einmal rauf- und runtergefahren, während die anderen auf dem Feld fast erfroren sind, da wieder ein kalter Wind blies. Eigentlich sollten wir ja erst nach der Frühstückspause raus, aber da war unser Traktor bereits von jemand anderem beansprucht worden. Als sich halb Eins alle wieder versammelt hatten, ging es zurück nach Dresden. Wir waren alle ganz schön geschafft, aber nichtsdestotrotz war es eine tolle Woche gewesen.

Danke an unsere "Ausbilder"! Mal sehen, was uns nächste Woche erwartet.

Lydia und Adelina

 

25.04-30.04.2016 - Gruppe 2

Von dem Praktikum in Köllitsch haben wir bereits schon viel von Schülern und Lehrern gehört. Viele meinten, es sei das Erlebnis, man würde viel lernen und vor allem sei es extrem interessant.

Im Nachhinein finde ich, ist es eine Erfahrung wert, da ich neue Eindrücke bekommen habe und viel dazugelernt habe.

Da unsere Gruppe in der ersten Woche Tierhaltung behandelt hat, waren wir jetzt mit der Landtechnik dran. Ich schätze, die meisten von uns verbinden Landtechnik mit öder Theorie über den Aufbau eines Traktors oder die Vorgehensweise bei der Benutzung einer Sämaschine, doch dies hat sich nicht bestätigt, denn wir durften genauso viel auch praktisch umsetzen. Natürlich konnten wir die weniger interessanten Theoriestunden nicht fehlen. Oft wurden nicht viele Fragen gestellt, da das Interesse nicht sehr groß war, was eventuell daran lag, dass wir eine reine Mädchengruppe gewesen sind. Die Ausbilder waren entspannt und redefreudig, weshalb wir oft vom Thema abgeschweift sind. Eben noch bei der Hydraulik, ein wenig später wird über das Leben und Mandarinenzucht diskutiert. Nach der anstrengenden Woche in der Tierhaltung waren für uns die mehreren Freizeitstunden sowie die Lockerheit der Ausbilder entspannt und angenehm. Manchmal eventuell zu sehr, da die Müdigkeit uns zu schaffen machte. Als es dann hieß, dass wir nun selbst Traktor fahren können, waren alle wieder hellwach und aufgeregt. Alle haben ihre ersten Fahrübungen gut gemeistert, weshalb es dann auch sofort auf das Feld ging. Das Vertrauen der Ausbilder war sehr groß, da wir mit der Sämaschine ohne weitere Hilfe ein Stück Feld besähen durften. Ich muss sagen, es sah schwieriger aus, als es wirklich war. Es war ungewohnt, dass sich das Lenkrad so viel leichter lenken ließ als beim Auto. Außerdem war es seltsam über so ein riesiges Gerät Kontrolle zu haben. In den darauffolgenden Tagen durften wir unsere Fahrkünste ebenfalls beim Hexler und Mähdrescher ausprobieren. Hier war alles komplizierter als beim Traktor, weshalb ich froh war, dass wir nur 'schnuppern' durften. Da das Wetter nicht so gut wie in der vorherigen Woche war, haben wir auf dem Feld relativ stark gefroren. Somit war die Freude auf die Theoriestunden im warmen Zimmer nicht so gering wie sonst. Die Abende waren entspannt, da wir jeden Tag 16.00 Schluss hatten, die meisten von uns haben sie an der Elbe verbracht oder im Wohnheim mit guter Musik :).

Die letzten Tage haben wir uns mit Pflanzen beschäftigt, unsere Samensammlung aus dem Unterricht war eine gute Vorlage für dieses Thema. Am letzten Tag war super Wetter, zum Glück haben wir diesen draußen verbracht. Wir sind mit Stalltraktoren im Slalom gefahren und haben zum Schluss einen kleinen witzigen Wettbewerb gestartet, bei dem man einen Wassereimer während des Slaloms balancieren musste. Zwischendurch haben wir für den Abschlusstest an dem Tag gelernt. Der Test war okay, aber nicht der Beste, er war relativ umfangreich, was ich nicht erwartet hatte. Nach diesem haben wir zusammen alles ausgewertet.

Insgesamt war die Woche interessant, aber auch anstrengend. Immerhin können wir jetzt sagen, dass wir schon einmal Traktor gefahren sind... also aus meinem Freundeskreis hat das noch niemand :).

Nun noch ein paar Bilder, welche unsere Stimmung gut beschreibt und zeigen, dass man trotz konzentrierter Arbeit Spaß haben kann.

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Paulin R.

AG 15

 

Wochenbericht Praktikum "Tierhaltung" in Köllitsch 

Lange haben wir dem 18. April 2016 entgegengefiebert. Hinter uns lagen wochenlange Vorfreude mit mehr oder weniger hohen Erwartungen an das Praktikum. Nach einer etwa 1,5 stündigen Fahrt mit dem Bus sind wir gut gelaunt und etwas aufgeregt in Köllitsch angekommen.

Im Wohnheim wurden wir freundlich von Frau Müller in Empfang genommen. Nachdem wir uns kurz die Zimmer angeschaut hatten, stand die Belehrung auf dem Plan. Frau Stietzel teilte jeder Gruppe ihren Wochenplan mit und erzählte uns ein bisschen über das Lehr-und Versuchsgut. Anschließend gingen wir alle zusammen zum Mittagessen.

Gegen 13 Uhr begann für uns alle das Praktikum! Unsere Gruppe setzte sich aus 4 Jungen und 3 Mädchen zusammen, von denen 3 Personen schon einige Vorkenntnisse in der Landwirtschaft besitzen.

Frau Lux begleitete uns zu einem Stallrundgang, innerhalb von zwei Stunden bekamen wir einen Eindruck darüber, wie Milchkühe, Mutterkühe und Kälber in Köllitsch gehalten werden.

Später erwartete uns Frau Bunzel, welche uns die Melktechnik nahebringen wollte! Wir erfuhren, dass eine Hochleistungskuh durchaus 46 Kilogramm Milch am Tag geben kann. Wir hielten uns kurz im Stall auf, um uns einen Überblick zur Arbeitsweise eines Melkroboters zu verschaffen, zu dem die Kuh freiwillig gehen kann, wenn sie das Gefühl verspürt, gemolken werden zu müssen.

Berta, die große Plastikkuh, musste wenig später für unsere ersten Melkversuche herhalten. Dem einen fiel es leicht sie zu melken, den anderen wiederum brachte sie fast zum Verzweifeln, aber letzten Endes gab sie für jeden von uns ein paar Tropfen "Milch".

Daraufhin war der erste Tag in Köllitsch so gut wie vorbei und wir ließen den Abend langsam ausklingen.

Ein klein wenig verschlafen traten wir unseren nächsten Tag im Kuhstall an. Bis zum Mittag beschäftigten wir uns mit der Fruchtbarkeit beim Rind und stellten so den Stall etwas auf den Kopf, um beispielsweise herauszufinden, welche Kuh brünstig war. Doch wir machten auch andere Beobachtungen und klärten diese zusammen mit Frau Lux ab. Dabei wirken Einflüsse wie Haltung, Fütterung, Genetik, Milchleistung und Qualität der künstlichen Befruchtung auf die Fruchtbarkeit einer Kuh. Auch die Kennzahlen der Fruchtbarkeit beschäftigten uns sehr!

Als was wird uns die Rastzeit definiert oder was bedeutet Zwischenkalbezeit für uns?

Die Rastzeit wird die Zeit von der Kalbung bis zur ersten Besamung genannt und die Zwischenkalbezeit hingegen ist die Zeit von der Kalbung bis zur erfolgreichen Besamung. Zusätzlich lernten wir den Umgang mit einem Herdenmanagementsystem am Computer und konnten so zu der ein oder anderen Kuh Näheres über Besamung und Trächtigkeit erfahren.

Den Nachmittag widmeten wir der Fütterung. Zusammen mit Frau Stietzel zählten wir zum Beispiel Kauschläge beim Wiederkauen einer Kuh an einem Bissen Futter, beobachteten einzelne Kühe beim Fressen und bewerteten die Qualität von Mais-und Grassilage.

Eine Kuh kann bis zu 200 Liter Speichel am Tag produzieren, dadurch braucht sie um die 150 Liter Trinkwasser täglich und kaut 6 bis 8 Stunden wieder. Nachdem wir über dieses Wissen verfügten, sollten wir die Menge an Futter zusammenstellen, die eine Kuh tagtäglich zu sich nehmen kann bzw. sollte. Dabei kam ein riesiger Berg zusammen, der uns etwas in Staunen versetzte.

Als wir am Mittwochmorgen, 5 Uhr, im Melkstand begannen zu arbeitet, ahnten wir noch nicht, dass dieser Tag uns die größte Freude bereiten würde. Die praktische Übung zum Melken war für uns alle eine völlig neue Erfahrung, natürlich brachte diese Arbeit auch die eine oder andere Schwierigkeit mit sich! Es gab Kühe, die uns beim Vormelken keine Milch geben wollten, Kühe, die versuchten nach uns zu treten oder auch Kühe, die sich während des Melkens erleichterten, wobei wir dabei das Nachsehen, aber auch eine Menge zu lachen hatten.

Gegen 8 Uhr wurden wir ungeduldig von den Kälbern erwartet, sie standen ganz hungrig in ihren Kälberiglus und konnten es kaum erwarten, sich die Milch schmecken zu lassen. Noch während wir die Kälber beim eifrigen Trinken beobachteten, durften wir uns um einen frischgeborenen Bullen kümmern. Schon eine Stunde nach der Geburt lief der prächtige Kerl mit seinen stolzen 45 Kilogramm Geburtsgewicht durch den Stall. Nur schwer konnten wir uns von den Kälbern trennen, doch nach einer kleinen Stärkung fielen wir todmüde in unsere Betten und wachten pünktlich zum Mittag auf.

Voller Vorfreude starteten wir in den Nachmittag, ganze vier Stunden verbrachten wir im Kälberstall. Wir fütterten, säuberten die Tränken und Standflächen, zogen Ohrmarken ein, wogen und stallten eine Gruppe von 8 Kälbern um.

Auch wichtige Maßnahmen vor der Geburt, Geburtsanzeichen, Geburtshilfe, Erstversorgung von Kuh und Kalb, sowie Fütterung und Haltung von Kälbern spielten eine große Rolle. Viel zu schnell verging die Zeit im Kälberstall und so störte es uns überhaupt nicht, dass wir später als sonst im Wohnheim ankamen.

Tiergesundheit und -behandlung beim Rind sollte unser letztes Thema im Kuhstall sein.

Mit Frau Lux an unserer Seite führten wir die tägliche Gesundheitskontrolle des Bestandes durch und werteten anschließend mit Hilfe des Herdenmanagmentssystems den Krankheitsverlauf einzelner Kühe aus.

Bei der Einzeltierkontrolle entschieden wir uns für Kuh Nummer 112, sie ist vier Jahre alt und hat bereits drei Kälber auf die Welt gebracht.  Ihr Gesundheitszustand machte uns jedoch Sorgen und so untersuchten wir sie von vorn bis hinten! Betrachteten Fell und Augen, beobachteten sie bei der Futteraufnahme, maßen die Körpertemperatur, ermittelten den pH-Wert des Harns und nahmen Kotproben!

Am Ende der Untersuchung diagnostizierten wir ein Problem mit dem Stoffwechsel und der Futteraufnahme und wir entschieden, dass der Tierarzt eine Blutprobe nehmen und ihr eventuell eine Infusion verabreichen sollte.

So ging unsere Zeit mit den Rindern dem Ende entgegen und wir verließen etwas traurig, aber um einiges schlauer den Kuhstall.

Die restliche Zeit der ersten Praktikumswoche in Köllitsch verbrachten wir im Schweinestall!

Die Arbeiten kosteten uns anfangs einiges an Überwindung, aber einmal über unseren Schatten gesprungen, gingen die Arbeiten gut zu machen. Unsere erste Aufgabe war die Ferkelerstversorgung. Dazu zählt, eine Bestandsohrmarke einzuziehen (bei den Sauen ins rechte Ohr und bei den Ebern ins linke Ohr), Zähne abzuschleifen und Schwänze zu kupieren.

Am Freitagmorgen kümmerten wir uns um etwas ältere Saugferkel. Diese bekamen eine Schluckimpfung zur Vorbeugung gegen Atemwegserkrankungen, Impfung mit Eisen zur Blutbildung und zur Förderung des Sauerstofftransports im Blut, außerdem wurden den Ebern ein Schmerzmittel verabreicht, um sie nach deren Wirkung zu kastrieren.

Nach getaner Arbeit führte Frau Heinz uns durch die Stallanlage, zeigte uns Deckzentrum, Abferkelstation und Maststation.

Anschließend fand noch ein kurzer Theorieunterricht statt, durch diesen lernten wir einiges über die Fütterung, Brunstkontrolle, Dreirassenkreuzung, Geburtsphase und Tierkontrolle.

Die erste Woche war eine großartige Erfahrung für uns.

Wir möchten uns recht herzlich bei den Ausbildern für die wunderschönen Stunden in Kuh-und Schweinestall bedanken.

 

Emilia H., Gloria B., Hannah F., Maximilian A., Wilhelm S. und Richard S.