Am Montag, dem 12. September war es soweit. Wir trafen uns am Hauptbahnhof um mit dem Zug in Richtung Spreewald zu fahren. Alle waren gut gelaunt und freuten sich auf die erste gemeinsame Klassenfahrt.

Nach einigen Stunden kamen wir in Lübben an. Wir warteten vor dem Bahnhofsgebäude auf den Bus, der uns in die Nähe der Jugendherberge bringen sollte. Bevor wir jedoch ausstiegen, fragten wir sicherheitshalber den Busfahrer, in welche Richtung wir laufen müssen, um auf dem kürzesten Weg unser Ziel zu erreichen. Er antwortete recht freundlich. Was wir aber nicht wussten war, dass er uns auf eine komplett falsche Fährte geführt hatte. So irrten wir erst einmal eine halbe Stunde an der Straße entlang, ehe wir zu einer Tankstelle kamen, dort wieder umkehrten und endlich, dank netter Anwohner den richtigen Weg einschlugen.

Nach Begrüßung durch die Jugendherbergsleiter und einer kleinen Belehrung konnten wir uns entspannen. Es war wunderbares Wetter und die Lage der Jugendherberge mitten im Grünen und an der Spree eröffnete uns für die kommenden Tage viele Erlebnismöglichkeiten.

Nach einem ordentlichen Frühstück am nächsten Tag machten wir uns mit Kanus auf dem Wasserweg in die Innenstadt von Lübben. Wir passierten einige Schleusen und durchfuhren eine sehr schöne Landschaft. Als wir die Orientierung ein wenig verloren hatten und uns auch unsere Karte nicht mehr weiterhalf, trafen wir am „Wasserrand“ sehr hilfsbereite Menschen, die uns den richtigen Weg wiesen. Nach einer entspannten längeren Pause begaben wir uns wieder auf den Rückweg zur Jugendherberge, wo auch schon ein leckeres Abendessen auf uns wartete.

Schon am Dienstagabend hatten wir uns dafür entschieden, am nächsten Tag eine Fahrradtour zu unternehmen. Wir wählten eine Tour in Richtung des Ortes Schlepzig, die uns durch die Altstadt von Lübben führte, wo man sich gerade auf ein Straßenfest vorbereitete. Es ging über Pflasterstein, durch holprige Wälder und an spiegelglatten Seen vorbei. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten pausierten wir am Rande eines Sees. Einige holten sich dabei von Apfelbäumen, die hier wuchsen, neue Wegzehrung. Als wir nach einiger Zeit in Schlepzig angekommen waren, spendierte Herr Tober uns allen auf einem sehr schönen alten Gutshof ein Eis. Dort saßen wir eine Weile und ließen es uns unter Sonnenschirmen gut gehen, bevor wir uns wieder auf unsere Sattel schwangen und zurück zur Jugendherberge radelten.

Der letzte Tag wurde komplett von einer größeren und sehr abwechslungsreichen Paddeltour gefüllt. Wir brachen früh in Richtung Lübbenau auf. Durch sehr schöne Kanäle ging die Fahrt zwar ab und an etwas beschwerlich voran, jedoch machte die Stimmung untereinander einiges wett. Um die Mittagszeit kamen wir an einem Gasthof vorbei, bei dem wir unsere Lunchpakete plünderten und unseren Durst stillen konnten. Als wir wieder in unsere Kanus stiegen und lospaddelten, wurde uns sehr schnell bewusst, wie viel Verkehr es doch auf der Spree zu geben schien. Wir manövrierten uns an unzähligen Kähnen und kleinen Paddelbooten vorbei, bis wir in eine sehr naturbelassene, ruhige Gegend kamen. Trotz zweier Karten paddelten wir leider ab und zu in die falsche Richtung und sahen uns einigen gesperrten Kanaleinfahrten gegenüber. Wir hatten das Gefühl, wir drehten uns im Kreis, fuhren hierhin und dorthin, bis wir wieder auf dem richtigen Kanal unterwegs waren. Zwar wollte uns wohl die Beschilderung ärgern, denn nach „5,1 km Lübben“ tauchte plötzlich das Schild „5,6 km Lübben“ auf. Trotzdem oder gerade deswegen mobilisierten wir nochmal all unsere Kräfte und erreichten nach geschlagenen acht Stunden endlich gemeinsam die ersehnte Jugendherberge.

Nach Einholen und Putzen der Kanus hatten wir noch etwas Zeit für uns, bevor wir hungrig zum Grillbuffet schlenderten und uns geschafft, aber sehr zufrieden einen schönen letzten Abend machten.

 

Jessica S.
FOS15A